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Gesehen werden wollen

Oft erlebe ich, dass Menschen mit denen ich arbeite, als eine der größten Sorgen den Punkt: Sich nicht gesehen fühlen“ aufführen.

Dieser Punkt versteckt sich zunächst in Erzählungen und schleicht sich langsam hervor.

 

 

Zunächst erkennen sie vielleicht gar nicht, dass sich dieses Gefühl dahinter verbirgt.

Doch wie wird dieses Gefühl gebildet, wie stellt es sich dar?

Was ist das schmerzvolle daran und was steckt als Schmerz dahinter?

All das wird in jenem Augenblick nicht erdacht oder reflektiert. Es ist einfach nur in uns, ein lang erlernter, fest verpackter Mechanismus.

Der Brustkorb schnürt sich zu, das Atem fällt uns schwer, vielleicht haben wir schon Bluthochdruck. Sie fühlen sich bei bestimmten Situationen leicht gekränkt und einer Ihrer meist genutzten Möglichkeiten ist der Rückzug.

Doch was erwartet Sie im Rückzug?

Was erwartet Sie in jener stillen, aber einsamen Höhle?

 

Die Bereiche in denen es schmerzt werden groß und größter, je mehr Sie versuchen sich davon abzuwenden und je mehr Sie diesem Schmerz entfliehen wollen. Dabei sind Sie tief in sich voller Liebe, doch keiner scheint es wahrzunehmen.

Sie handeln so, dass sich jene Punkte erfüllen, die Sie doch so gerne anders haben wollen und warum?

Weil Sie nicht wissen, wie sie es anders machen können.

Woher auch?

Manche Menschen finden kreative Möglichkeiten jenem unbefriedigten Gefühl der „Unsichtbarkeit“ zu entfliehen.

Da gibt es das Arbeiten bis zum Rande der Belastbarkeit oder das über alle Maßen aufopferndes Helfen ohne auf sich zu achten usw.
Manche jedoch ergeben sich ihrem Schicaksal (von dem sie erfahren haben, bzw. annehmen, dass sie keine andere Wahl haben).

Und so lässt die Kraft nach und nach nach und am Ende des Tages oder am Ende der Woche oder wenn gerade mal Ruhe einkehrt, schleicht sich eine große Einsamkeit ein.


Kleine Geschichte zum Mut machen:

Kennen Sie die Geschichte vom hässlichen Entlein?

 

In Kurzform geschrieben, wurde ein Schwanenei in das Nest einer Ente gelegt und nachdem der kleine Schwan geschlüpft war und anders war, als seine „Geschwister“, wurde er gehänselt, verspottet und nahm eines Tages reiß aus. Er war schon fast davon überzeugt, dass er ein hässliches Wesen war und dass alles, was er tat nicht richtig war, denn die anderen setzten ihm gegenüber ihre eigenen Maßstäbe an, die es aber so nie mals hätte erfüllen können.

Eines schönen Frühlingstages, - es hatte viele Schikanen über sich ergehen lassen müssen, da spiegelte sich im Wasser seine Gestalt und er erkannte, dass er keine Ente war, sondern ein Schwan und alle Schwäne, die ihn sahen und auch die Menschen, bewunderten seine jugendliche Schönheit.

Ab dem Moment konnte er erkennen, dass er richtig war und erkannte den Grund, warum er sich nie wohl fühlte und natürlich auch, warum er nicht so sein konnte, wie die anderen.

 

Was diese Geschichte in Bezug auf unser Thema „gesehen werden wollen“ aussagt ist, dass Ihnen irgendwann im Leben einmal in vielerlei Hinsicht gesagt wurde, dass Sie so, wie Sie sind nicht richtig sind.

 

Es wurde an Ihnen herumgezogen und Sie sollten so werden, wie zum Beispiel Ihre Mutter, Ihr Vater oder andere Menschen es wollten und irgendwann – schon aus dem Grunde, da Sie selbst ja noch nicht mal wussten, wer Sie sind und was Sie in Wirklichkeit gerne täten, glaubten Sie daran, dass das, was Sie anfassten, nicht gelingen würde und dass Sie so, wie Sie sind, nicht gut genug oder richtig seien.

Oder Sie liefen immer neben her, wurden nicht beachtet. Es gibt noch einige Gründe, die dieses wirkich schmerzliche Gefühl ausgelöst haben können.

Doch die Geschichte hat auch ein Happy End.

 

Ich mag Sie einladen, in den symbolischen Spiegel zu sehen und die Ruhe und den Frieden zu finden sich so zu betrachten, wie Sie im tiefsten, innersten, liebevollstem Kern sind. 
Welch wundervolle Möglichkeiten, wieviel Können, welche Begeisterung, welche Ideen und wieviel Schönheit in Ihnen liegen, die vielleicht von Ihnen versteckt wurden und werden.

Vielleicht fühlen Sie sogar, dass diese Teile in Ihnen schlummern. Denn es wollte sie ja keiner sehen und später sollte sie vielleicht auch keiner mehr sehen?!?

 

Ich möchte Sie gerne dabei unterstützen, all jene Schätze, die in Ihnen stecken, wieder zum Vorschein zu bringen und Sie ermutigen, sich selbst kennen zu lernen und mit IHREN Augen zu sehen.

Denn wenn Sie selbst sich lernen zu sehen, sich anzunehmen und zu akzeptieren, ja, sich selbst zu lieben und sich selbst auch zu verzeihen, sich selbst die Maßstäbe anderer nicht zu setzen und zu erfahren, welche Potentiale ihn Ihnen verborgen liegen, dann werden auch andere Sie sehen und zwar mit dem, was und wer SIE sind.

 

Es wird ein wundervolles Gefühl werden zum Schwan zu werden, aufatmen zu können, die Flügel auszubreiten und nach Herzenslust dorthin zu fliegen, wo sie es gerne wollen.

Herzlichst Elke Paland

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